Mama geht’s nicht gut: Tipps, um mit Kindern über psychische Krankheiten zu reden

16.10.2020

Seelische Erkrankungen sind immer noch ein Tabuthema. Ein offener Umgang in der Familie ist aber wichtig.

Die SOS-Familientipps helfen dabei: Wie kann man Kindern etwas erklären, das man selbst oft nicht ganz versteht?  

 

#1 Gemeinsam durch die Krise 

Eltern möchten ihre Kinder vor Kummer und Schmerz schützen und sie nicht belasten. Mit Schweigen und ausweichenden Antworten bewirkt man aber das Gegenteil: die Kinder werden verunsichert und machen sich Sorgen. Darum: Nur Mut! Trauen Sie Ihrem Kind den Umgang mit der Situation zu. Psychische Probleme wirken sich auf die ganze Familie aus und sollten darum auch gemeinsam gemeistert werden. 

#2 Die richtigen Worte finden 

Über seelische Krankheiten zu sprechen ist ungewohnt. Überlegen Sie sich darum, welche Atmosphäre sich eignet, und bereiten Sie sich gut auf das erste Gespräch vor. Bücher können Sie dabei unterstützen, passende Worte zu finden. Unter www.sos-kinderdorf.at/familientipps finden Sie eine Liste von Büchern, die kindgerecht auf seelische Krankheiten eingehen.

#4 Schuldgefühle nehmen 

Viele Kinder und Jugendliche fühlen sich schuldig und denken, dass sie für das Verhalten ihrer Eltern verantwortlich sind: „Wenn ich nicht so schlimm gewesen wäre, müsste Mama nicht so oft weinen.“ „Papa musste so viel arbeiten, damit es mir gut geht, und jetzt ist er krank“. Erklären Sie Ihrem Kind, dass die Probleme nicht von ihm ausgelöst werden. Besprechen Sie, dass niemand daran Schuld ist und sie alle ein gemeinsames Ziel haben: mit der Krankheit gut umzugehen. 

#5 Eltern bleiben 

Achten Sie darauf, dass es nicht zu einem Rollenwechsel kommt. Auch wenn der Familienalltag etwas aus den Fugen gerät, sollte Ihr Kind weiterhin Kind sein dürfen und nicht die Versorgung eines kranken Elternteils übernehmen. Wenn Sie das Gefühl haben, das Gefüge kippt, holen Sie sich Hilfe – zum Beispiel bei Verwandten, Freundinnen und Freunden oder Beratungsstellen. 

#6 Ausgleich schaffen und Hilfe annehmen 

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, was ihm gut tut und die Situation leichter macht. Das kann ein unbeschwerter Ausflug genauso sein wie eine Vertrauensperson, mit der sich der Nachwuchs offen austauscht. Scheuen Sie sich nicht davor, Hilfe von anderen anzunehmen. Psychische Probleme sind ein ernstzunehmendes Thema. Sie zu erkennen und sich Unterstützung zu holen sind wichtige Schritte für die ganze Familie.